Christus und das menschliche Ich
Warum ein umstrittenes Ereignis vor über 2000 Jahren hoch aktuell ist
Der »Menschheitsrepräsentant«, die unvollendete, über 9 Meter hohe Holzplastik von Rudolf Steiner könnte man auch als ein Bild der ganzen Anthroposophie bezeichnen, von der die Klappkarte links den Kopf der Christusfigur zeigt. Am 30. Juni 1909 sagte Rudolf Steiner in Kassel während des Zyklus über das Johannes-Evangelium: »So stellt sich für die anthroposophische Weltanschauung in das ganze Tableau von Wiederverkörperung, vom Wesen des Menschen, Betrachtung des Kosmos und so weiter, das Christus-Wesen hinein wie ein Mittelpunkt. Und wer im richtigen Sinne diese anthroposophische Weltanschauung betrachtet, der sagt sich: Ich kann das alles betrachten, aber verstehen kann ich es erst, wenn für mich das ganze Bild auf den großen Brennpunkt, den Christus, hinzielt.«
In vielen Vorträgen weist Rudolf Steiner darauf hin, dass wir erst am Anfang des Verständnis der Evangelien als Zeugnisse des Christusereignis in der Zeitenwende stehen. Bevor ich auf das Thema »Christus und das menschliche Ich« eingehe, möchte ich euch Evangelientexte vorstellen. Und ich habe wirklich Menschen z.B. Mitstudenten am Priesterseminar der Christengemeinschaft getroffen, die mit den Evangelien durchaus noch nicht vertraut waren und so etwas exotisches wie die Paulus-Briefe noch nicht gelesen hatten ... Falls ihr also noch keine Bibeltexte besitzt (oder





Evangelium handgeschrieben


An dieser Stelle möchte ich über die Zusammenstellung der Bibel-Texte nur noch bemerken, dass ich in einem Vortrag über die vier Teile des neuen Testaments (Die vier Evangelien, die Apostelgeschichte, die Briefe und die Apokalypse) diese als Abbild des werdenden Menschen dargestellt habe. Diese Zusammenstellung hat gewiss seine Berechtigung. Im übrigen halte ich gerne Vorträge zum Thema. Bitte meldet euch, wenn ihr mich zu einem Vortrag einladen möchtet!
Bei dem Versuch, Schriften und Vorträge von Rudolf Steiner auszuwählen, war ich erschrocken, wie viele Bücher ich empfehlen muss. Eigentlich nicht verwunderlich, bezeichnet Rudolf Steiner das „Mysterium von Golgatha” doch als das Mittelpunktereignis der ganzen Menschheitsentwicklung. Also auf gehts:


Was bisher nicht zur Sprache kam: Wolfram ist nicht der einzige, der im Mittelalter bedeutendes über den Gral und die Gralssuche zu sagen hatte. Chrestien de Troyes »Perceval oder die Geschichte vom Gral« ist vor dem Epos Wolframs erschienen und gilt als eine seiner Quellen. Seine Erzählung unterscheidet sich markant bei der Beschreibung des ersten Besuchs Parzivals in der Gralsburg. Die Erzählung ist insgesamt knapper und nicht vollendet. Chrestien der Troyes Text ist absolut lesenswert. Ich habe noch ein einziges Verkaufs-Exemplar, beim Verlag ist es nicht mehr bestellbar. Wer es erwerben möchte, schicke mir eine E-Mail – und wenn es verkauft ist, helfe ich auch gerne bei der antiquarischen Beschaffung.
Mir scheint allerdings die ganze Diskussion über die »Quellen« am Wesentlichen vorbei zu gehen. Hinter dem, was in den Gralsgeschichten geschildert wird, steht eine geistige Wirklichkeit. Diese Wirklichkeit ist aber nicht in einer bestimmten äußerlichen Sprache formuliert in einer Cloud zu finden. So wie uns »Quellen« (z.B. die ganze Anthroposophie) helfen, dem Erleben der geistigen Wirklichkeit näher zu kommen, können Quellen auch Wolfram (oder auch Rudolf Steiner) geholfen haben, zu eigenen Einsichten zu kommen. Auch in der Ausformulierung für die Zeitgenossen und die danach kommenden, ist die umfassende Kenntnis anderer Schriften hilfreich. Wenn ich aber Menschen wie Wolfram als Eingeweihte ernst nehme, schiele ich nicht auf äußerliche Quellen, sondern befasse mich mit dem, was sie uns als authentische Wiedergabe ihrer Erkenntnisse mitteilen, um irgendwann selbst zu der wahren Quelle zu finden.
Hier nun weitere dieser wunderbaren Hilfen:




Natürlich stelle ich mir die Frage, welche Bücher aus der Rudolf Steiner Gesamtausgabe ich hinsichtlich des Themas Parzival und die Suche nach dem Gral empfehlen möchte. Meine Hauptempfehlung: Lest möglichst viele Bände der GA! An vielen Stellen im Gesamtwerk ist wird auf die Gralsströmung bezug genommen. In den bisher genannten Büchern finden sich viele Hinweise auf Vorträge oder Schriften von Rudolf Steiner. Ein wichtiger Teil meines Studiums der Anthroposophie fand genau so statt: Autoren wie Sergej Prokofieff oder die bisher genannten verweisen auf Äußerungen Rudolf Steiners, woraufhin ich mir die genannten Bände der GA beschafft und gelesen habe ... Hier zwei Bände, in denen explizit auf den Gral eingegangen wird:


Um nocheinmal auf weiter gefasste Darstellungen zu kommen: Sergej Prokofieff hat auch zum Gral gewichtiges dargestellt. Vor allem könnte es in der heutigen Zeit dazu dienen, ein zukunftsfähiges und positives Verhältnis zum russischen Kulturraum einzugehen.







