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Das unsichtbare Buch

12,00 

Torben Maiwald

Das unsichtbare Buch

Zu meinen schönsten Kindheitserlebnissen gehört das Hören von Geschichten. Das Geschichtenerzählen ist schon schwieriger! Denn wie leicht wirkt es verkrampft, wenn Märchen mehr oder weniger mühsam aus dem Gedächtnis abgerufen werden. Torben Maiwald ermutigt dazu, einfache Geschichten zu erzählen. Man nehme ein Tier, vielleicht einen Hasen. Er hat Hunger, findet aber nichts zu essen. Da kommt die Katze vorbei und führt den Hasen zu einem geschmolzenen Schneemann. Er braucht seine Mohrrübennase nicht mehr; der Hase darf sie haben. So etwas kann wirklich jede/r aus dem Stehgreif entwickeln. Maiwald ist das freie Erzählen auch deshalb wichtig, weil sich an ihm das Kind nährt. Das freie Erzählen ist ein Schöpfungsakt, den das Kind nachvollzieht und den es später, verwandelt, als Erwachsener brauchen wird, um die Lebensaufgaben zu bewältigen. (…) Wer eine Geschichte vorliest, aus der Erinnerung erzählt oder ein Handgestenspiel vormacht, gibt bereits bestehende Bilder; wer eine Geschichte frei erfindet, lässt das Kind einen noch offenen Lebensprozess unmittelbar miterleben! Das setzt voraus, in den erzählten Bildern selbst zu stehen. Unspektakulär weist Maiwald auf das spirituelle Potenzial des freien Erzählens hin, das durch die sechs sogenannten Nebenübungen vertieft wird. Rudolf Steiner schlug sie vor, um sich für fein- bis übersinnliche Wahrnehmungen reif zu machen. (…) Man lasse sich nicht davon abschrecken, dass sich Maiwald zuweilen unerwartet direkt auf die Trinität und Rudolf Steiner bezieht. Mir hat das Buch Mut gemacht, vom Schreiben ins freie Erzählen zu kommen.
Sebastian Jüngel, Erziehungskunst 2/2016

 

84 Seiten
broschiert
2. erweiterte Neuauflage
Edition Widar